Mangold Zwiebel Tatin

Die Tarte Tatin ist ursprünglich eine Apfeltarte die „falsch herum“ gebacken wird. Die Äpfel werden in einer Pfanne oder Tarteform karamelisiert, der Teig wird drüber gelegt und so bäckt die Tarte ohne auszutrocknen. Obwohl dies mein absoluter Lieblingsnachtisch ist, habe ich mich nie getraut eine zu zu machen. Ich glaube, meine Oma erzählte , die Äpfel würden furchtbar in der Form kleben und die Tarte wäre unmöglich umzudrehen.

Heute wollte ich aber gerne meinen Mangold aus dem Garten nutzen und dachte an den köstlichen gebackenen Mangold den ich euch letztes Jahr schon mal hier gezeigt habe. Aber ich wollte euch auch mal wieder was Neues „präsentieren“ und so kam ich zu diese herhafte Variante der Tarte Tatin! Und das schwierigste war nicht das Umdrehen sondern eine passende „Unterlage“ dafür zu finden ;-). Also wird es diesen Herbst ganz bestimmt eine echte Tarte Tatin geben!

ca. 500 gr Mangold P1070145
ca. 500 gr Zwiebeln
100 gr Blauschimmelkäse (ich nehme gerne den Saint Agur da er nicht so salzig und schön sanft ist)
1 EL brauner Zucker
1 EL grosse gelbe Rosinen eingeweicht (opt.)
2 EL Balsamico Creme
Olivenöl
Salz und Pfeffer
1 Tarte Teig (siehe hier)

Teig vorbereiten und kalt stellen. Zwiebeln klein schneiden, Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln ca. 5 Min. darin anbraten. Zucker dazugeben und bei geschlossenem Deckel ca. 15 min köcheln lassen. Balsamico Creme und ggfs die Rosinen hinzufügen und weitere 5 bis 10 Min. köcheln lassen.

Währenddessen, die Stiele vom Mangold von den Blättern trennen. Stiele klein schneiden und im gesalzenem Wasser ca. 15 min garen. Klein geschnittene Mangodblätter dazugeben und weitere 5 Min. garen. Mangold gut abtropfen.

Teig ausrollen. Eine Tarteform leicht mit Olivenöl bepinseln, Zwiebeln in die Form geben, Blauschimmel Käse in Stücke geschnitten darüber verteilen, Mangold drauflegen. Den ausgerollten Teig auf die Füllung legen und an den Seiten bis zum Boden drücken. Im vorgeheiztem Backofen bei 180 Grad ca. 25 Min backen. Die Tarte Ränder mit einem Messer vom Rand der Form lösen und Tarte vorsichtig umdrehen. Sofort servieren!

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Bon appétit!


Hamburger Savoyard

Ja, ab und zu mal gibt’s hier auch mal Fastfood! Wobei man bei diesem 100 prozentigen selbstgemachten Burger nicht wirklich von „fast“ reden kann…

Aber zuerst, wie kam es überhaupt dazu? Ihr wisst ja, dass ich gerne Rezepte und neue Ideen bei unseren Urlauben sammle. Dieses Jahr hat uns der Urlaub quer durch die  Südhälfte Frankreichs geführt. Wir haben nicht nur wunderschöne Ecken entdeckt bzw. wiederentdeckt, sondern auch fantastisch gegessen und natürlich neues für die Küche gesammelt!

Diesen Burger haben wir nicht gegessen, nur auf einer Karte gesehen als wir durch das schöne Annecy und seinen tollen Markt durchgeschlendert sind. Ein Burger auf „Savoyische Art“ also, weil er nicht mit irgendeinem Käse gefüllt wird, sondern mit Reblochon, ein von den Marktzeichen der Savoie! Dazu kommen noch ein, zwei Dinge die ihr im Rezept hier entdecken könnt…

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750 gr Rindfleisch aus der Hüfte und dem Nacken

5 selbstgemachte Burger Buns (siehe unten)

ein halber Reblochon
6 Scheiben Speck dünn geschnnitten
3 Handvoll gemischter Salat angemacht (mit einer Honig/Senf/Olivenöl/Himbeeressig Vinaigrette)
1 Tomate
Zwiebel Confit selbst gemacht (siehe unten)

Brötchen oder Burger Buns

300 gr Mehl, 12 gr frische Hefe, 100 ml warmes Wasser, 150 ml lauwarme Milch, 50 gr weiche Butter, 1 TL Salz, 1 TL Zucker

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Hefe in das warme Wasser zerbröseln und ca. 10 Min ruhen lassen. Mehl in eine Rührschüssel geben und mit dem Zucker und dem Salz vermischen. Eine Mulde in der Mitte bilden, Hefe und Butter hinzufügen und mit dem Knethaken rüheren, nach und nach die warme Milch hinzufügen und weiterrühren bis eine glatte Kugel entstanden ist. Diese an einem warmen Ort 1,5 St. gehen lassen. 5 bis 6 Kugeln formen, auf ein Stück Backpapier legen und weitere 30 Min. ruhen lassen. Buns im vorgeheiztem Ofen bei 180 Grad ca. 20 Min. backen.

Zwiebel Confit

1 Kg Zwiebeln, 5 EL Xeres Essig, 80 gr Rohrzucker, 2 EL Waldhonig, 2 EL Balsamico Essig, Olivenöl, Salz

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Zwiebeln klein schneiden und in Olivenöl ca. 10 Min. andünsten. Sie dürfen dabei ein wenig Farbe annehmen! Den Xeres Essig unterrühren und bei geschlossenem Deckel ca. 30 Min. köchen lassen. Zucker und Waldhonig hinzufügen und weitere 30 bis 40 Min. köcheln lassen. Leicht salzen. Zum Schluss, den Balsamico Essig dazugeben und bei offenem Deckel verdampfen lassen. Der Zwiebel Confit wird kalt wie hier mit einem Buger serviert oder auch zu einem kräftigen Käse!

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Fleisch durch den Fleischwolf drehen. Wir nutzen hierfür gerne die gröbere Lochplatte! 150 Gr. Patties bilden; mit einer Patty Presse oder zwischen 2 Dessert Tellern. Brötchen aufschneiden, je mit ein wenig Salat und eine Tomatenscheibe belegen.

 

Speckscheiben auf dem Grill braten (indirekte Hitze) bis sie schön knusprig sind.

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Fleisch grillen, wenn dieses fast fertig ist, auf je ein Patty eine Scheibe Reblochon drüber legen und anschmelzen lassen. Fleisch auf die Tomate legen, 3 TL Zwiebel Confit auf den Käse geben, eine Scheibe Speck darauf legen und Brötchen wieder zumachen. Sofort mit dem Rest Salat servieren!

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Bon appétit!


 

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Kalamaren Reis und Ofenpaprika

Wenn man so weit vom Meer wie wir wohnt, ist es nicht ganz einfach kleine frische „chipirones“, also kleine Tintenfische zu finden, die bei diesem Rezept natürlich einfach perfekt wären. Ausserdem sind die kleinen Tierchen bei unseren Kindern leider nicht wirklich beliebt… Deshalb nutze ich gerne die großen Kalamarentuben. Sie sind tiefgefroren einfach zu finden und sehen im Teller in Ringe geschnitten nicht so bedrohlich aus ;-).

Da ich gerne immer ein bißchen Gemüse dabei habe, habe ich zu diesem köstlichen Reisgericht Paprika ganz lange im Ofen gegart serviert: eine wunderschöne Kombi!

Wer keinen Bomba Reis zu Hause hat, ersetzt ihn einfach durch Risottoreis.

Kalamarenreis:

700 gr Kalamaren P1060983
300 gr Bomba Reis
1,1 L Hühnerbrühe
10 cl Weißwein
2 Knoblauchzehen
2 Mittelgroße Zwiebel
1 Döschen Safran
1 Bund Petersilie

für die Paprikas: P1060976

ca. 800 gr rote Spitzpaprikas
3 Knoblauchzehen
4 Zweige Majoran
Salz, Pfeffer und Olivenöl

Paprikas entkernen und in Streifen schneiden. Streifen in eine mit Olivenöl eingefetteten Backform geben. Majoran, Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und 3 El Olivenöl dazugeben und untermischen. Paprikas ca. 1,5 St. bei 150 Grad garen.

Aufgetaute Kalamarentuben in Ringe schneiden. In eine Pfanne mit 2 EL Olivenöl geben (Öl nicht vorheitzen, die Kalamaren werden nur schön weich wenn man sie ganz langsam oder ganz schnell gart, hier nehmen wir die langsame Variante!). Kalamaren 10 Min. auf kleinster Flamme andünsten, ab und zu mal umrühren. Safranfäden in die warme Hühnerbrühe geben und umrühren.

Öl in einer tiefen großen Pfanne erhitzen, kleingeschnittene Zwiebel darin glasig dünsten. Reis hinzufügen und 2,3 Min. anbraten und umrühren. Weißwein hinuzufügen. Wenn dieser verdampft ist, Brühe, gepressten Knoblauch, die Kalamarenringe und viel schwarzen Pfeffer frisch gemahlen hinzufügen bei geschlossenem Deckel ca. 25 bis 30 Min. köcheln lassen. Petersilie klein schneiden, in die Pfanne geben und kurz umrühren. Mit oder ohne den Paprikas servieren. Lecker dazu fanden wir eine Prise „Piment d‘ Espelette“.

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Bon appétit!


Dinkel Risotto mit Zucchini und Pistou

Oder eine körnige Alternative zum klassischen Risotto. Die Dinkelkörner behalten trotz langer Garzeit ihren Biss und bringen dem Risotto eine leicht nussige Note. Wir fanden es alle sehr lecker, es werden sicher weitere Varianten folgen!

300 gr Dinkel P1060913
800 ml Gemüsebrühe
15 cl Weißwein
ca. 800 gr kleine Zucchini
2 rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
ca. 70 gr Parmesan frisch gerieben
2 Handvoll Basilikumblätter
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Dinkel über Nacht im Wasser einweichen. Pistou vorbereiten: Basilikum, Parmesan, 4 EL Olivenöl und eine gepresste Knoblauchzehe zu einer Paste mixen und beiseite stellen. Zucchini der Länge nach in dünne Scheiben schneiden (ich habe ein Teil mit dem Schälmesser und ein Teil mit dem Messer geschnitten und 2 verschiedene Dicke zu erhalten) und ebenfalls beiseite legen.

Zwiebel in dünne Ringe schneiden und in Olivenöl glasig dünsten. Abgetropften Dinkel hinzufügen und 2/3 Minuten „anbraten“. Mit dem Wein ablöschen. Wenn dieser komplett verdunstet ist, 650 ml von der Brühe und eine gepresste Knoblauchzehe in die Pfanne geben, mit Pfeffer würzen, umrühren und bei geschlossenem Deckel ca. 45 min köcheln lassen. Wenn die Brühe komplett weg ist, die restliche Brühe zusammen mit den Zucchini Streifen hinzufügen und weitere 10 Minuten kochen. Wenn die Zucchini gar sind, Pistou untermischen. Mit Parmesan Scheibchen servieren.

Dinkelrisotto

 Bon appétit!


Coca

Nach einer längeren Ferienpause, melde ich mich mit, wie ganz oft, etwas südländisches zurück! Passt ja auch prima zum Sommer ;-). Die Coca ist eine Tarte bzw. Tourte (gedeckte Tarte) die man in der spanischen und algerischen Küche findet. Der Teig wird mit Olivenöl gemacht, die Füllung besteht hauptsächlich aus Paprikas und Zwiebeln. Aber wie bei allen traditionellen Rezepten, gibt es zig Varianten die sich der lokalen Zutaten anpassen. Ich zeige euch heute eine einfache Variante mit wenigen Zutaten und werde weitere bei Gelegenheit hier vorstellen.

Die Coca sollte man auf jeden Fall nur im Sommer, wenn man schöne dunkelrote schwere Paprikas bekommt, zubereiten. Alternativ bieten sich auch die Spitzpaprikas, da sie süßslicher schmecken. Da meine nicht so ganz süß waren, habe ich die Zwiebelmenge erhöht und so eine sehr leckere Coca hingekriegt!

Für den Teig (für eine Tarteform mit ca. 28 cm Durchmesser)

400 gr Mehl
12,5 cl OlivenölP1060880
ca. 12,5 cl Wasser
Salz

Für die Füllung

800 gr rote Paprikas
600 gr Zwiebeln
ca. 200 ml Tomaten aus der Dose
3 Knobauchzehen
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Das Mehl in die Küchenmaschine geben, in die Mitte eine Mulde formen und das Olivenöl hineingeben. Salz hinzufügen und Teig rühren. Wenn eine sandige Konsistenz erreicht ist, Wasser langsam hinzufügen und das Ganze zügig zu einem glatten Teig verrühren (ggfs. mit der Hand fertig formen). Teig kalt stellen.

Zwiebeln klein schneiden. 3 EL Olivenöl in einer grossen Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Paprika in kleine Stücke schneiden und zu den Zwiebeln mit den Tomaten, dem gepressten Knoblauch, Salz und Pfeffer geben, untermischen und ca. 15 min bei geschlossenem Deckel garen.

Eine Hälfte des Teigs ausrollen und in die Tarte Form legen, Füllung drübergeben und mit der zweiten ausgerollten Hälfte des Teigs bedecken. Ränder gut zusammen drücken. Kleine Einschnitte in den „Deckel“ mit dem Messer machen und diesen mit 2 EL Milch bepinseln. Die Coca im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 40 min. backen. Lauwarm oder kalt servieren! (Am nächsten Tag schmeckt sie auch hervorragend wenn man sie einfach draussen stehen lässt und keiner genascht hat 😉 !)

Coca

Bon appétit!